Samstag, 18. November 2017


Rentenerhöhung 2018
Vor einigen Tagen geisterte die Meldung von einer zu erwartenden Rentenerhöhung zum 1.Juli 2018 mit durchschnittlich 3 Prozent durch die Medien. Die zu erwartende Steigerung ist von der zu erwartenden Steigerung der Einkommen abgeleitet. Aber das ist wohl bekannt und ich gehe nicht weiter darauf ein.
Sicher erwarten alle Rentner mit Vorfreude die Steigerung. Das ist verständlich und die Politiker feiern es als einen Erfolg des Sozialstaates. Und es ist Ergebnis des Wirtschaftswachstums und das ist vor allem einer klugen Wirtschaftspolitik geschuldet. Die Lorbeeren schmücken die Köpfe.
Zugegeben, auch wir freuen uns, wir sind Rentner.
Und doch sollte nachgedacht werden.

Nehmen wir einmal zwei Rentner oder Rentnerinnen an, der oder die eine erhält heute 1000 €, der oder die andere 2000 €.
Nun rechnen wir nach.
Die Rente von 1000 € steigt um 3 %, das sind 30 €.
Die Rente von 2000 € steigt um 3 %, das sind 60 €.
Der absolute Betrag der Steigerung bei der höheren Rente ist doppelt so hoch der Betrag der niedrigeren Rente!
Das ist richtig, es entspricht den Rechenregeln des geltenden Rechts.
Aber ist es gerecht?
Zu bedenken ist auch nicht nur der Betrag an sich, sondern auch als Zuwachs des Wohlstandes des Einzelnen.
Bei der niedrigen Rente ist mit hoher Sicherheit der Betrag von 30 € tatsächlich ein erheblicher Zuwachs des Lebensstandards, der Rentner oder die Rentnerin können sich nun tatsächlich Dinge leisten, die vorher unerschwinglich waren.
Bei der hohen Rente hingegen sind die Grundbedürfnisse bereits mit 2000 € vollauf abgedeckt, es bleibt sicher einiges bereits übrig für einen gewissen Luxus oder zum Sparen.
Der Rentenbezieher, der ohnehin einen vermutlich überdurchschnittlichen Lebensstandard lebt, der kann sich mehr Luxus leisten.
Es gilt das alte Sprichwort, der Teufel scheißt auf den größten Haufen.
Der Reiche wird reicher als der der Arme.
Womit die Schere zwischen Armen und Reichen auch bei den Rentnern sich weiter öffnet.
Übrigens und zur Erinnerung, die Aufstände in Polen wurden ausgelöst durch eine prozentuale Erhöhung aller Einkommen. Die Solidarnosć unter Wałesa rechnete vor, dass der Zuwachs in Prozent bei allen Einkommen gleich war, die hohen Einkommen aber viel mehr bekamen als die Arbeiter.
Der Aufstand begann.